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Buchtipps und Bücherrezensionen aus Vorklinik und Klinik.
T. Deller, T. Sebesteny
Fotoatlas Neuroanatomie
2007, 144 Seiten, 132 farb. Abb., 47 Schemazeichnungen, 124 Fotos mit Schemazeichnungen, 47 farb. Tab., Kartoniert

Preis: EUR 24,95
ISBN: 9783437412134


Der Aufbau des Fotoatlas folgt, laut den Autoren, der üblicherweise gewählten Abfolge der Präparation im Anatomiekurs des Medizinstudiums, so dass er sich prinzipiell als Kursbegleitung eignet. Dass sich der Fotoatlas Neuroanatomie weniger als Nachschlagewerk und vielmehr als Lehrbuch versteht, zeigt sich bereits an der Aufmachung. So findet man farbig unterlegte Kästen, die klinische Bezüge beschreiben, Basiswissen zusammenfassen oder wichtige Zusammenhänge hervorheben. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es einen Kasten mit Lernhinweisen und eine Zusammenstellung von möglichen Prüfungsfragen, mit deren Hilfe man sein Wissen selbst einschätzen kann.

Der Atlas dient zur Aneignung der neuroanatomischen Grundlagen, vor allem was die Struktur betrifft. Es werden aber natürlich auch funktionelle Bezüge erläutert. Will man sich aber detaillierter über bestimmte Strukturen informieren, muss man zusätzliche Literatur heranziehen.

Die Autoren wollen es dem Lernenden leicht machen, das merkt man immer wieder. Schön ist, dass man neben den Fotos Zeichnungen derselben Struktur findet. Die Fotos sind nicht beschriftet, allerdings sind in den Zeichnungen die Strukturen zum Teil verschiedenfarbig gekennzeichnet und außerdem beschriftet. So kann man sich mithilfe der Zeichnungen die Anatomie erarbeiten und sich schließlich in Ruhe das Foto ansehen und seine Kenntnisse prüfen, indem man die Strukturen selbstständig erkennt.

Im engeren Sinne geht der "Fotoatlas Neuroanatomie" mit seiner Fülle an Text über einen Atlas hinaus, weswegen der Begriff Lehrbuch also durchaus angebracht ist. Die Autoren beschränken sich aber auf das Wesentliche und führen gut strukturiert und durchweg verständlich durch die Grundlagen der Neuroanatomie. Was die Zeichnungen betrifft, so kann der Fotoatlas es nicht mit anderen "herkömmlichen" Atlanten aufnehmen und will dies wahrscheinlich auch nicht, da sein Schwerpunkt in den Fotos liegt. Auch die Anzahl der Abbildungen bleibt hinter der von "herkömmlichen" Neuroanatomie-Atlanten zurück. Unter Umständen ist also ein zusätzlicher und detaillierterer Neuroanatomie-Atlas hilfreich, der es dem Leser leichter ermöglicht, sich einen räumlichen Eindruck des Gehirns zu verschaffen. Insbesondere in Fächern, die auf Präparierkurse verzichten müssen, stellt dies immer wieder ein Problem dar. Andererseits bietet der Fotoatlas Studierenden dieser Fächer Fotos vom Gehirn und damit natürlich authentischere Abbildungen. Zum Schluss soll noch das Kapitel "Oberfläche des Endhirns" lobend erwähnt werden, das mit seiner sehr ausführlichen Auflistung der Gyri und Sulci sehr gelungen ist.

Anatomieatlanten dienen zum einen als Nachschlagewerke, sind aber vor allem auch Lehrbücher, deren Aufgabe es ist Wissen zu vermitteln und auf etwaige Prüfungen vorzubereiten. Hier sieht wohl auch der "Fotoatlas Neuroanatomie" seinen Schwerpunkt, der gut strukturiert in die Grundlagen der Neuroanatomie einführt und mehr Lehrbuch als Atlas ist.

Autor: mania
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Dima
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