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Buchtipps und Bücherrezensionen aus Vorklinik und Klinik.
Piper, Innere Medizin, 1. Auflage Springer 2007
Diskussion im Med-Board unter dem Titel: „Reicht der Piper aus für Innere Medizin?“
Immerhin hat das Buch als Neuerscheinung soviel Wind gemacht, dass es für eine eigene Diskussionsrunde reicht. Ich persönlich kann es bestätigen, ja der Piper reicht aus. Die Darstellung des Inhaltes ist knapp, aber nicht zu knapp. Damit schlägt sich der Piper zwischen den Repetitorien und dem Herold, der in Hamburg von fast Allen benutzt wird, und den großen Lehrbüchern durch, z. B. Duale Reihe oder Classen / Diel/ Kochsiek durch, er hat ungefähr den Umfang der „Intensivkurs“ Bücher von Urban & Fischer. Die Darstellung ist im Gegensatz zu vielen anderen Springerbücher sehr gut. Vielfarbig, gute Diagramme, gute Darstellung, farbige Kapitelmarkierung an der Seite. Ob er von den Dozenten empfohlen wurde weiß ich nicht. Vielleicht ist er noch zu neu auf dem Markt, bei mir im Blockbuch jedenfalls noch nicht.
Timo Wandrey
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Rezension Piper, Innere Medizin


Im Lehrbuch für Innere Medizin von Wolfgang Piper werden die einzelnen internistischen Disziplinen aufgeführt und ausführlich besprochen.

Nicht nur der Grundaufbau des Buches, sondern auch die einzelnen Kapitel in sich sind übersichtlich und farblich gut strukturiert. Die kleine Schrift mag im ersten Moment ein wenig abschreckend erscheinen, jedoch gewöhnt man sich schnell daran.

Dafür ist das Buch sehr ausführlich, zum Beispiel ruft es am Anfang eines jeden Kapitels die Physiologie der jeweiligen Organsysteme in Erinnerung, was sehr hilfreich ist, bevor man sich mit den einzelnen Krankheiten beschäftigt.

Die Kapitel orientieren sich an den Organsystemen, was eine schöne und nachvollziehbare Struktur des Buches zum Ergebnis hat.
Der Grundaufbau ist übersichtlich und wird in den einzelnen Kapiteln beibehalten; dies erleichtert dem Leser, den Überblick bei so viel Lernstoff nicht zu verlieren:
es wird jeweils die Physiologie besprochen, die Krankheiten werden definiert und klassifiziert, übersichtlich werden die klinischen Symptome aufgezeigt, bildhafte Beispiele zur Diagnostik werden geboten sowie verschiedene therapeutische Optionen erwähnt.

Schön ist, dass Medikamente in der Therapie nicht nur erwähnt, sondern zum Teil auch ausführlich erklärt werden mit Funktionsmechanismus und eventuellen Kontraindikationen.

Mir persönlich sind die Bilder zu den klinischen Symptomen zu knapp geraten. Die verwendeten Bilder sind jedoch anschaulich und verdeutlichen das Krankheitsbild wunderbar.
Zusätzlich gibt es eine ganze Reihe an Tabellen, die wiederum eine gute Hilfestellung bei der Masse an Informationen sind.

Die farbig gekennzeichneten Kästen am Anfang eines Kapitels geben eine knappe Übersicht, was dem Leser die Orientierung erleichtert.

Einen deutlichen Mangel weist das Buch auf, da prüfungsrelevante Inhalte nicht gesondert hervorgehoben werden. So entsteht leicht der Eindruck, alles müsse gewusst werden, was den Prüfling einschüchtern könnte.

Außerdem hätte es mir gefallen, wenn der Piper „Innere Medizin“ praxisnahe Fallbeispiele beinhalten würde. Das wäre eine gute Abwechslung und Ergänzung zur sonst sehr theoretisch gehaltenen Aufmachung des Lehrbuches.

Dieses Lehrbuch ist sicherlich ein wunderbares Nachschlagewerk und auch für die Prüfungsvorbereitung geeignet. Für letzteres mag der Piper „Innere Medizin“ jedoch manchmal zu weit ausholen, und stichpunktartige Zusammenfassungen wären hier hilfreich.
Es ist jedoch ein schönes und gelungenes Lehrbuch, trotz einiger Mängel.



Inga Bürmann
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Piper, Innere Medizin, 1. Auflage Springer 2007

Der Piper – ein mittlerweile ja nicht mehr ganz so neues Erstauflagen-Experiment zur Inneren Medizin aus dem Hause Springer. Der Klappentext lädt ein mit Versprechungen wie "gut verständlichen Texten aus einem Guss", "Zusammenhänge verstehen" und "ausgefeilter Didaktik".

Die Gliederung des Buches ist tatsächlich recht übersichtlich. Wobei diese Übersichtlichkeit innerhalb der Unterkapitel noch (optisch) verstärkt werden könnte. Positiv fallen die "Informationskästen" auf, da sie auch nur eingesetzt werden, wo sie auch Sinn machen – z.B. bei den Grad-Einteilungen einer Erkrankung, TNM-Stadien u.ä. Gut sind auch die einleitenden Gliederungen der Unterkapitel, die einen ersten Überblick über die einzelnen Themen bieten.

Der Klinik ist jeweils die Pathophysiologie vorangestellt. Eine sehr sinnvolle Ordnung, leider ist die Qualität der Darstellung nicht homogen. In manchen Kapiteln wird inhaltlich in meinen Augen stark übertrieben – wen interessiert z.B. die Zahl der Aminosäuren von ANP oder BNP, ist die Information, dass Angiotensin I ein Dekapeptid und Angiotensin III ein Heptapeptid ist, wirklich relevant? Ich finde, hier hätte man an Genauigkeit zugunsten der Lesbarkeit und des schnellen Verständnisses sparen können. Stilistisch gibt es nämlich – gemessen an dem Umfang des Werkes – zumindest für Freunde der Prosa einige Mängel: In manchen Kapiteln des Buches begegnet man öfter stichwortartigen Aufzählungen, als ganzen Sätzen. Das finde ich im Herold auch – aber da gehe ich auch von einer "verkürzten stilistischen Form" aus. Im Piper stört mich diese Art des Platz sparens; sie stört den Lesefluß und manchmal würde ich auch gerne erfahren, was genau z.B. ein Steh-EKG ist und welche Vorteile es bietet. Umso ärgerlicher ist der Telegrammstil, wenn sich in die Faktensammlung Fehler einschleichen, die man im Falle Piper nur als mangelhaftes Lektorat bezeichnen kann. Mal ist eine Einheit falsch, mal steht da ein falsches Medikament und Rechtschreibfehler in "Krankheitsnamen" verzeihe ich nur damit, dass es sich um eine Erstauflage handelt. Hier muss ganz dringend nachgebessert (-gelesen?) werden.
Sprachlich positiv fällt z.B. das infektiologische Kapitel auf. Hier gibt es ganze Sätze und man ist froh, dass doch nicht alle Texte "aus einem Guss" sind.

Die Beschreibung der Klinik ist durchweg als gut zu bezeichnen. Was sehr positiv auffällt, sind die Abbildungen. Es sind nicht zu viele und jeweils sehr treffende Fotos, Röntgen-, Endoskopie-, CT-Bilder, usw. ausgesucht worden, denen man auch ansieht, dass sie nicht aus den 70ern stammen. So z.B. wirklich gute, repräsentative Blutausstriche im hämato-onkologischen Kapitel. Dafür ein großes Plus. Gut finde ich auch, dass es keine "Symptom-Kästen" gibt.

Die Diagnostik ist vollständig "aufgezählt". Zwar werden alle diagnostischen Möglichkeiten genannt, doch leider fehlt hier teils auch ein Hinweis auf die "diagnostische Bahnung", welches diagnostische Tool ist wann sinnvollerweise heranzuziehen, welches hat die beste prognostische / diagnostische Eigenschaft?

Die Therapie ist vor allem aktuell. Man merkt, dass es den Machern des Buches wichtig war. So gibt es neben Leitlinien-getreuen Fakten z.T. auch Hinweise auf aktuellere Studien, Erfahrungen. Das ist schön und lebensnah – noch schöner wäre auch so etwas wie Quellen-Angaben, es würde wohl aber den Rahmen sprengen. Gut sind auch die häufig relativ genau beschriebenen Wirkmechanismen der genannten Medikamente. Das trägt zum Verständnis bei und ist sicher auch besser zu merken, als die bloße Nennung der Wirkstoffe.

Fazit:
Mir ist der Schreibstil oft etwas zu knapp. Das ist allerdings von Kapitel zu Kapitel verschieden. Die Sätze wirken dann abgehakt und sind teils nur stichwortartig. Klar, viele Details wollen untergebracht werden - es erschwert aber das flüssige Lesen und macht die Arbeit mit dem Piper manchmal schnell ermüdend. Deswegen hat mir der Piper nicht so viel Spaß gemacht.
Letztendlich kann man dem Wurf aus dem Hause Springer allerdings nicht viel vorwerfen. Er glänzt v.a. mit Aktualität, Vollständigkeit und frischen diagnostischen Bildern. Wenn sich das Verlagshaus noch einmal ein Lektorat gönnt, wird der Piper sicher einen Platz zwischen dem gut lesbaren "Basislehrbuch Innere Medizin" aus dem Hause Elsevier und der Datensammlung "Herold" finden.

M. F.
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Beitrag » 02.01.2008 21:06

Piper, Wolfgang;
Innere Medizin

Preis: 49.95 Euro (Ladenpreis)

2007
1. Aufl. 966 S. Pb 193x242 mm
Springer Berlin
3-540-33725-3
ISBN-13: 9783540337256


Der Piper ist ein Lehrbuch, welches neu auf den Markt ist. Was mir beim Lesen aufgefallen ist, ist dass er, trotz guter Aktualität und seinem Umfang einige Kinderkrankheiten hat, wie jedes neue Buch.
Ich greife ein paar Beispiele raus, die ich mir aufgeschrieben habe. Z. B. zum Thema „Dekompensierte Herzinsuffizienz“. Denn Begriff findet man so erstens nicht im Register, zweitens werden zu wenig Arten der Herz Insuff beschrieben, obwohl fast jeder alte Mensch auf der Inneren eine hat. Dazu zu wenig Bilder und zuviel Fließtext.
Beispiel „Pneumonie“ S. 226. Dort findet sich keine sachlich sinnvolle Aufteilung in alten, jugendlichen, erwachsener Patienten, da dass Erregerspektrum dort durchaus unterschiedlich sein kann. Im Herold ist das ganz nach Erreger und Alter aufgeteilt.
Beispiel „Fettembolie“ S. 181. 90% der Fettembolien verlaufen asymptomatisch, aber die Mortalität beträgt 10-20%. Heißt das asymptomatisch oder Tod?
Beispiel „CLL“. Steht im Register nicht als CLL drin. Steht dann unter Leukämien ab S. 650 drin, dann unter 7.5.3. auf Seite 667 gefunden.
Beispiel „Aortenaneurysma S. 44“, War zu finden. Aber was ist „Stanford A? Wird im Buch auf den Seiten nicht erklärt.
Dieses sind ein paar Beispiele. Insgesamt überzeugt das Buch aber durch seine Aktualität (z.B. in Bezug auf genetische Ursachen), dass steht in einigen anderen Büchern wirklich nicht drin.
Uli
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Piper- Innere Medizin
Taschenbuch: 1010 Seiten
Verlag: Springer, Berlin; Auflage: 1 (Dezember 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3540337253
ISBN-13: 978-3540337256

Der Piper ist unterteilt in 10 Themenblöcke wie Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, der Atmungsorgane, der Nieren und ableitenden Harnwege, Infektionskrankheiten, Verdauungsorgane, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten oder auch Krankheiten des Bewegungsapparates, des Immunsystems und auch der Knochen und der Nebenschilddrüse. Diese Themenblöcke sind, wie ich finde sinnvoll, in Kapitel unterteilt. Hierbei sind die Kapitel ausführlich, aber nicht zu überfrachtet und reichen oftmals an die Qualität eines Einzellehrbuches zu dem jeweiligen Thema, wie z.B. der Immunologie heran. Auch der Infektiologieanteil steht einem Einzellehrbuch in nichts nach.
Waren früher Springer Lehrbücher zwar auch schon qualitativ sehr hochwertig aber noch sehr trocken geschrieben und standen daher in starker Konkurrenz zu anderen Verlagen, die inhaltliche Schwächen zeigten, aber sehr studentenfreundlich aufgearbeitet waren, so glänzt dieses Lehrbuch mit einer Kombination aus beidem: es ist klar strukturiert, mir persönlich sind keine Fehler aufgefallen, und zusätzlich wird das zu Lernende durch Bilder und Schemazeichnungen aufgewertet. Es werden z.B. Photos von Devices zum Verschluss eines offenen Foramen ovale gezeigt, welche ich bisher erst in einem Kardiologiebuch gesehen habe.
Die klare Struktur zeigt sich u.a. auch darin, dass jedes Krankheitsbild nach einem Schema abgearbeitet wird: erst wird kurz erklärt, was es eigentlich mit dieser Krankheit auf sich hat, dann folgt die Pathophysiologie / die Ursachen, (die Komplikationen), die Klinik, die Diagnostik und schlussendlich die Therapie. Durch diese immer gleichen Schemata wird es einem stark erleichtert die Zusammenhänge zu erfassen. Auch wird, wenn nötig, noch mal vorklinisches Wissen wiederholt. Im Kapitel Niere wird einem noch mal die Berechnung des pH-Wertes näher gebracht mit Formel, aber eben auch mit Beispiel. Dies kam mir sehr gelegen, weil ich mich nicht mehr exakt erinnern konnte, und ich so ohne noch ein anderes Buch zu Rate zu ziehen die Zusammenhänge erfassen konnte.
Alles in allem kann ich also sagen, dass ich äußerst positiv überrascht war. Innere ist ein sehr großes Fach, was es dem Studenten nicht unbedingt erleichtert die Zusammenhänge zu erfassen. Wie man sicherlich schon bemerkt hat, hatte ich so einige Vorbehalte gegenüber Springerlehrbüchern, die aber mit diesem Buch ausgeräumt wurden. Sollte Springer noch mehr solcher Bücher veröffentlichen, können sie sich auf mich als zukünftigen treuen Kunden freuen.
Von mir gibt’s daher für
Layout 4 von 5 Sternen (es könnte für mich noch ein bisschen bunter sein)
Struktur 5 von 5 Sternen
Inhalt 5 von 5 Sternen
Inhaltsverzeichnis 4 von 5 Sternen (es könnte etwas ausführlicher sein)

Der Piper ist somit sehr zum Kauf zu empfehlen!
Elke
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Rezension: Piper Innere Medizin

Beitrag » 28.02.2008 22:22

Rezension: Piper Innere Medizin

Springer Verlag; 1. Auflage; Heidelberg 2007: 1002 Seiten
ISBN: 978-3-540-33725-6

Wieder mal ein neues Buch zur Inneren Medizin, das auf dem Markt erscheint. In keinem anderen Fach findet man mehr große umfassende Lehrbücher, wie zum Beispiel den Harrison und natürlich auch das von vielen geliebte oder auch gehassten vorlesungs-orientierten Herold, der in seiner neuesten Auflage schon auf der Rückseite mit Evidence-Based-Medicine Inhalten wirbt.
Beim ersten Blick in das Inhaltsverzeichnis war ich überrascht. Die 1. Seite beginnt mit den Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Keine Einführung in die Innere Medizin. Keine Übersicht über die Herangehensweise an den Patienten und seine Symptome. Dies ist in vielen Büchern der Innere Medizin, selbst in dem Repetitorium „Hammerexamen“ mittlerweile Standard und orientiert sich auch an den neuen Gegenstandskatalog des IMPP.
Inhaltlich ist alles im Buch vertreten.
In jedem Kapitel gibt es eine kurze Einführung zum betreffenden Organsystem mit Wiederholung zur Anatomie und Physiologie und Untersuchungsmethoden. Dann folgen die entsprechenden Erkrankungen mit dem Versuch einer einheitlich aufgearbeiteten Gliederung des Lernstoffes, was aber leider nicht konsequent durchgeführt wird. Zur weiteren Veranschaulichung wird mit vielen klinischen Bildern und radiologischen Befunden in recht guter Druckqualität, Tabellen, Abbildungen und einen Flussdiagrammen gearbeitet. Dies ist mittlerweile keine Besonderheit mehr und auch mit der mehrfarbigen Gliederung kann das Buch nicht punkten. Inhaltlich ist das Buch nicht immer auf dem aktuellen Stand. Auch kann man die Angaben durch fehlende Quellenangabe nicht verifizieren.
Insgesamt sehe ich keinen Bedarf für ein derartiges Buch. Für mich sind zwei Arten von Büchern für die Innere Medizin von Bedeutung. Zum einen das kompakte kurze Buch, ohne großartige Erklärung zum schnellen Lernen oder Nachschlagen, wie den Herold oder das noch recht unbekannte Manual zum Harrison. Zum anderen ein großes allumfassendes Nachschlagewerk wie zum Beispiel den Harrison.
Der Preis von 49,00 Euro liegt im Rahmen. Insgesamt ist das Buch aber eher nicht empfehlenswert.

Hamburg, 28.02.2008
Tobias
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